Hasenstab (1995)

Hasenstab
Johann Adam Hasenstab war ein Wilderer, der zusammen mit seiner Bande im Zeitalter des Absolutismus den Spessart verunsicherte.

Das Stück beginnt mit Hasenstabs nicht mehr erwarteter Rückkehr aus der Südsee (niederländisches Kolonialgebiet), wohin er auf kurfürstlichen Befehl als Galeerensträfling verbannt worden war. Die Bandenmitglieder sind überglücklich, merken jedoch, dass Hasenstab sich verändert hat und nicht mehr der schneidige Abenteurer und Bandenchef früherer Tage ist.

Er zeigt sich in zerrissener, ambivalenter Seelenverfassung, ist in Gedanken noch immer bei seiner Geliebten Madjana in der Südsee, wo er großes Heimweh nach dem Spessart hat. Nun ist er wieder zuhause und doch nicht richtig da, er und seine Ehefrau Eva-Maria haben sich einander entfremdet.

Vergeblich versucht er, ein neues Leben als Bader zu beginnen; die Bandenmitglieder jedoch verpflichten den physisch und psychisch angeschlagenen Mann gegen seinen Willen auf seine alte Rolle als Bandenchef.

Er aber sucht Frieden, doch der Jäger Sator, der ihn als Vertreter des Kurfürsten und Bischofs von Mainz schon ein Leben lang jagt, ist hinter ihm her. Hasenstab schlägt ihm ein letztes Schnippchen und zieht sich danach desillusioniert und krank in den Wald zurück, wo den Wehrlosen die Kugel Sators trifft.

Autoren: Gerda und Paul Pagel
Regie: Dominik Neuner

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